Matthias Wolfering
Die spezielle Nähe und Tiefe in den Begegnungen mit Menschen am Rand des Lebens und ihren Nächsten gibt mehr, als es kostet. Mich mit dem Sterben zu konfrontieren, bringt mich dem Leben näher.
Die spezielle Nähe und Tiefe in den Begegnungen mit Menschen am Rand des Lebens und ihren Nächsten gibt mehr, als es kostet. Mich mit dem Sterben zu konfrontieren, bringt mich dem Leben näher.
Sterbenden in ihren letzten Tagen nahe zu sein, deren Angehörige zeitweise zu entlasten und eventuell den Augenblick des endgültigen Abschieds vom Hiersein mit erleben zu dürfen, waren für mich die Motivation, mich in der Sterbehilfe ehrenamtlich zu engagieren.
Entsprechend meinem Lebensmotto „Leben in Versöhnung mit dem Tod“ begleite ich sterbende Menschen und ihre Angehörigen in einer ganz besonderen Zeit und beschäftige mich somit schon im Leben mit dem Tod und seinen Umständen. Das bedeutet für mich, einem Menschen mit Empathie, Respekt und Hochachtung zu begegnen und Zeit zu schenken, um einen würdevollen Abschied gelingen zu lassen.
Ich bin seit 2016 als Sterbebegleiterin und seit 2019 als Trauerbegleiterin ehrenamtlich in der Hospizbewegung Hilden tätig. Meine Beweggründe hierzu ergaben sich aus den Erfahrungen, die ich bei der unvorbereiteten Sterbebegleitung meines Ehemannes gemacht hatte und die ich gerne an andere Menschen weitergeben möchte.
Das Ehrenamt gibt mir die Möglichkeit, all das Gute weiterzugeben, das mir im Leben immer wieder begegnet! Obwohl ich die bewundernswerten Fähigkeiten nicht habe, um Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten, habe ich meinen Platz bei der Hospizbewegung Hilden gefunden: im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Immer wieder bin ich überrascht darüber, was wir im Team gemeinsam auf die Beine stellen können.
Es mag der Lebensabschnitt kommen, an dem ich selbst Hilfe und Begleitung benötige, deshalb möchte ich heute etwas geben, für das ich zukünftig dankbar sein werde.
Ich engagiere mich in der Hospizbewegung Hilden, weil ich schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen Zeit schenken möchte.
Zeit, um zuzuhören.
Zeit, um einfach da zu sein.
Zeit, um Angehörige zu entlasten und zu stützen.
Zeit, damit sich keiner allein fühlt in der letzten Phase seines Lebens.
Die Würde des Menschen ist unantastbar bis zum letzten Atemzug. Das ist meine Motivation für dieses Ehrenamt.
Ich mache Hospizarbeit, weil mir wichtig ist, dass niemand am Ende seines Lebens allein ist. Ich möchte Menschen in dieser besonderen Zeit Nähe, Würde und Geborgenheit geben – und auch ihre Angehörigen stützen. Für mich ist es erfüllend, da zu sein, zuzuhören und ein Stück des letzten Weges mitzugehen.
Nach meinem Beruf suchte ich ein sinnvolles Ehrenamt. Seit 2009 bin ich bei der Hospizbewegung Hilden. Mein Fazit bis heute: Ich bekomme mehr zurück als ich gebe